Direkte Onlinebestellung von Standardmagneten in vielen Abmessungen und Magnetwerkstoffen.
Kundeninformation Stand 2012
Informationen über Magnete aus den Seltenen Erden
Seit Herbst 2010 waren die Preise für die Seltenen Erden in einem ständigen Aufwärtstrend, ab Mitte 2011 kam es zu einer Preisexplosion von bis zu 600%. Neodym ist eines von 17 Elementen der Seltenen Erden und wird zur Herstellung des Magnetwerkstoffs Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) benötigt.
Wir lassen seit über 10 Jahren NdFeB- und SmCo-Magnete von unserer qualitätszertifizierten Partnerfirma in Ningbo/China herstellen. Die dort hergestellten Magnete werden nach DIN EN ISO 9001 geprüft und mit jeder Lieferung wird für jede Position ein Messprotokoll und eine gemessen und ausgedruckte BxH-Entmagnetisierungskurve mitgeliefert. Somit kann auch nach Jahren jede Magnetlieferung lokalisiert werden.
Die Elemente Praseodym (Pr) und Dysprosium (Dy) kommen nur in geringen Material-Anteilen in den Seltenen Erden vor. Die Preise für diese Elemente sind explodiert. Diese beiden Elemente werden dem Magnetwerkstoff Neodym zulegiert, wenn NdFeB-Magnete mit hoher Koerzitivfeldstärke (H) und Remanenz (B) hergestellt werden. das sind nach chinesischer Norm z. B. N45 und N52 mit hoher Remanenz (B) und Magnetwerkstoffe mit den Zusatzbezeichnungen H/SH/UH und EH für hohe Koerzitivfeldstärke(H), und damit auch höherer Betriebstemperatur.
IBS Magnet fertigt NdFeB-Magnete nach Kundenmaßen aus dem deutschen Rohmaterial der Fa. Vacuumschmelze in Hanau. Es handelt sich dabei um besonders hochwertige Magnetwerkstoffe, die von dem japanischen Patentinhaber und Lizenzgeber Hitachi/Neomax eine Weltlizenz haben. Damit können Magnete aus diesen Magnetwerkstoffen auch in Maschinen und Geräte eingebaut werden, die in die USA und Kanada exportiert werden. In Amerika besteht bis 2014 noch ein Patent, so dass nur lizenzierte NdFeB-Magnete in importierte Geräte eingebaut werden dürfen und damit den gültigen Patentgesetzen entsprechen.
Seltene Erden - Liefersituation und Preisentwicklung
Für die hohen Preissteigerungen werden folgende Gründe angegeben:
1) Das von China erreichte Weltmonopol von über 95% wurde durch langjährige Niedrigstpreise erreicht. Dadurch konnten alle anderen Minen in der Welt nicht mehr rentabel fertigen und mussten nach und nach schließen. Damit war das Monopol erreicht und die Niedrigpreis-Periode beendet.
2) Schließung von mehreren Minen durch die chinesische Regierung und Konzentration auf wenige Minen und Bearbeitungsfabriken, zur aufwendigen und klimaschädlichen Trennung der 17 Elemente, unter Regierungskontrolle.
3) Die von der Regierung veranlassten Exportbeschränkungen sollen die geringer werdenden Ressourcen der Seltenen Erden schonen und eine Weiterverarbeitung durch Investoren in China bewirken.
4) Der hohe Eigenbedarf der prosperierenden Wirtschaft in China (Exportweltmeister) an Seltenen Erden z. B. Neodym-Magnete für Elektromotoren in Autos oder Generatoren für Windkraftwerke. Beim Aufbau der Hightech-Industrie werden die nicht unendlichen Rohstoffe, wie die Seltenen Erden selbst benötigt.
5) Die erhebliche Bedarfssteigerung für die Seltenen Erden durch den technischen Fortschritt für Elektromotoren, Generatoren für die Windenergie und auch die Elektronik z.B. Handys, Bildschirme, Sensoren usw..
6) Erheblicher Aufwand bei der umweltverträglichen Aufbereitung zur Elementtrennung der geförderten Seltenen Erden.
Nach einer Presseinformation des chinesischen Handelsministeriums ist der Export von Seltenen Erden im Mai um 21,6% zurückgegangen. Gleichzeitig legte aber der Wert der im Mai 2011 exportierten Seltenen Erden um satte 242% zu. Das typische Ergebnis einer Monopolsituation.
Wiedereröffnet wurde die Mount Pass-Mine der Fa. Molycorp in USA. Diese Mine wurde wegen der chinesischen Niedrigpreispolitik geschlossen. Aufgrund der Preiserhöhung arbeitet Molycorp jetzt wieder rentabel und liefert bereits in geringerem Umfang.
Die bereits förderbereite Mount Weld-Mine der Fa. Lynas in Australien hat Probleme mit der Aufbereitungsfabrik in Malaysia, wird diese Probleme aber in den Griff bekommen und in übersehbarer Zeit, bis 2014 lieferfähig sein. Die Preissituation wird sich dadurch aber nicht wesentlich verändern, da eine Fertigung in der westlichen Welt nicht zu den ehemaligen, chinesischen Niedrigpreisen möglich ist.
Alle anderen Explorationen in Kanada, Russland, Äußere Mongolei usw. sind noch in der Bohr- und Erkundungsphase und werden erst in über 6 Jahren das Weltmarktangebot verändern.
Auf jeden Fall sind die Seltenen Erden nicht gar so selten, da nur knapp 30% des geschätzten Weltvorkommens aus Chinavorkommen stammen.
Da es für die weltweiten Industrieanwendungen für Hochenergiemagnete aus Neodym und Samarium mit Sicherheit zur Zeit keine Alternative gibt, wird die westliche Industrie mit den hohen und schwankenden Preisen für die Seltenen Erden in Zukunft leben müssen.
Preisentwicklung ab Anfang 2012
Aufgrund des weltweiten Rückgangs der Industrieproduktion in vielen westlichen Ländern, aber auch in China, ist die chinesische Exportquote für die Seltenen Erden-Produkte wie Neodym wesentlich geringer ausgefallen. Dadurch hat sich die Preissituation entspannt und es gibt z.Zt. keine weiteren Preissteigerungen. Wir konnten bei NdFeB-Magneten, meist bei kleineren Abmessungen, schon Preisrückgänge feststellen. Bei einer Preisexplosion von mehreren hundert Prozent im Jahre 2011 halten sich die Preisrückgänge von ungefähr 5% bis 10% in Grenzen. Von unseren Partnern in China hörten wir, dass auf den chinesischen Markt erhebliche, gehortete Lagerbestände auf den Markt gekommen sind und damit die vorgesehenen Exportbeschränkungen der staatlichen Stellen unterlaufen werden. Die weitere Preisentwicklung der Seltenen Erden hängt sicher auch von der künftigen Entwicklung der weltweiten Industrieproduktion ab und ist schwer zu prognostizieren.

